Die Kreisschulpflegschaft informiert und bezieht Stellung zu aktuell politischen Debatten

Schulische Inklusion

Die UN wollte Millionen behinderten Kindern (speziell in Entwicklungsländern) Zugang zu Bildung ermöglichen. Von Abschaffung unser hochqualifizierten Förderschulen, um die uns viele andere Länder durchaus beneiden, war nirgends die Rede.

Wir stellen fest

Der inklusive Anspruch und die Wirklichkeit an Schulen klaffen weit auseinander.

Unsere Ziele

Qualität braucht gute Rahmenbedingungen und die sieht die Kreisschulpflegschaft bei der unterfinanzierten Einführung der schulischen Inklusion nicht gegeben. Dieser Zustand ist für uns unakzeptabel. Solange wie die Parameter für Inklusion nicht stimmen, muss das Schließen von weiteren Förderschulen gestoppt werden. Denn wo steht geschrieben, dass mit Inklusionsstart alle Förderschulen geschlossen werden sollen.

Was wir fordern

  1. Wir fordern ein Moratorium für verbleibende Förderschulen und das Elternwahlrecht zum Wohle des einzelnen Kindes.
  2. Für die Beschulung und Betreuung muss der Staat mehr Geld investieren.
  3. Das gilt insbesondre für Kinder mit emotional- sozialen Entwicklungsstörungen. Diese Kinder benötigen ein viel größeres Budget, eine stärkere personelle Unterstützung und eine angemessene individuelle Förderung.
  4. Wir fordern das Fortbestehen des Elternwahlrecht zur Beschulung ihrer Kinder. Wer würde ansonsten das Kinderwahlrecht umsetzten?
  5. Eine garantierte Doppelbesetzung der inklusiven Klassen, wie bereits in unserer Kommentierung 2012 gefordert
  6. Unterstützung der inklusiv tätigen Lehrer und multiprofessionelle Teams an Schulen
  7. Aufstockung der Schulsozialarbeit an allen Schulen
  8. Unabhängige Elternberatungsstellen, z. B. in Form eines Elternbüros, auch im Sinne „Eltern für Eltern“
  9. Einen gelingenden Übergang Kita- Schule

Ist-Zustand an Schulen – was wir fürchten

Wir sehen mit Sorge, dass perspektivisch noch mehr Kinder ihre Bildungszeile nicht erreichen und keine Lebensperspektive durch mangelnde Bildung aufbauen können.  Die zusätzlichen Kosten für weitere Hilfsmaßnahmen aus den Sozialkassen werden sicherlich enorm ansteigen.

Eltern sehen die unzureichenden Fördermöglichkeiten für ihre Kinder mit Handicap. Laut UN Konvention sollte die Benachteiligung für Kinder mit Behinderung im Schulsystem reduziert werden. Die Inklusionsquoten steigen laut Presseberichten und 2015/16 können 37,7% der Kinder mit Förderbedarf an Regelschulen unterrichtet werden. Schulen und Schüler sind sich oft selbst überlassen Lösungen und Bewältigungsstrategien im Umgang mit den Herausforderungen zu suchen. Immer mehr Eltern resignieren. Ist das politischer Wille?

Die Kreisschulpflegschaft Gütersloh e.V. bemängelt, dass Kinder mit und auch ohne Unterstützungsbedarf an Schulen in NRW nicht optimal gefördert werden.

Unsere Fragen

  1. Wer hat Interesse, dass dieser desolate schulische Stand der Inklusion so ist und nicht verändert wird?
  2. Warum wird die Elternmeinung ignoriert, während die Forderungen des Lehrer-Verbands öffentlichkeitswirksam werden?
  3. Bildet sich eine Parallelgesellschaft unter den Reichen, die den Bildungsnotstand nicht erkennt?
  4. Warum werden wissenschaftliche Studien ignoriert?
  5. Kann die Regierung mit ihren strategischen Zielen so die Demokratie fördern?
  6. Was soll ein junger Mensch vom Schulsystem lernen?
  7. Welche Erfahrungen prägen junge Menschen fürs Leben heute?
  8. Welches Weltbild entwickelt ein Kind daraus?

12. Mai 2017, Edith Mathmann, Kreisschulpflegschaft Gütersloh e.V.

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